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Die Welt verändert sich!

Artikel vom 28.06.2020

Das Ende des 20. Jahrhunderts gilt als der Beginn der vierten industriellen Revolution. Kennzeichnend für die Industrie 4.0-Phase, die bis heute anhält, ist die zunehmende Digitalisierung. Aus diesem Grund wird diese Zeit auch als digitale Revolution bezeichnet. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, in der das "Alte" auf den Prüfstand gestellt wird, und "Neues" eine Chance hat. 

Kennzeichen der derzeitigen digitalen Revolution sind u.a. Schnelligkeit, Transparenz und Vernetzung, deren Auswirkungen wir alle tagtäglich erleben. Ein Begriff aus den 90er Jahren, womit diese Veränderung umschrieben wird, ist die Abkürzung VUKA für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz.

Diese vier Begriffe beschreiben die schnellen, oft unerwarteten oder gar exponentiell verlaufenden Veränderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Die Unsicherheit, die dadurch entsteht, macht ein planvolles Vorgehen, wie z.B. in einem langfristigen Projektmanagement mit Meilensteinplanungen unwirksam. Komplexität und Ambivalenz beschreiben die teilweise undurchsichtigen Zusammenhänge, die gegenseitigen Abhängigkeiten und die vielen Sichtweisen, die es zu betrachten gilt. Und genau wie bei den früheren industriellen Revolutionen beschränken sich diese Veränderungen nicht nur auf Industrieproduktion, Arbeitsplätze und Führung. Jede industrielle Revolution zieht ebenso gesellschaftliche und soziale Veränderungen nach sich.

 Das heißt, auch im Privaten werden wir uns damit auseinandersetzen müssen. Die Gesellschaft verändert sich; wir präsentieren uns auf social Media, Sorgen um die Umwelt gehen uns alle an, das Verständnis von gleichen Rechten für alle wird (zurecht) klar und deutlich von allen Minderheiten eingefordert, und Armut in Deutschland ist ein Armutszeugnis für uns alle. Daraus ergeben sich für uns alle mehrere Fragen:

  • Wie positioniere ich mich in Bezug auf aktuelle Themen in den Nachrichten?
  • Bin ich bereit für Veränderungen in meinem Job oder für eine Jobveränderung?
  • Wie erziehe ich meine Kinder in der heutigen Zeit? 
  • Wie setze ich mich ein für Mitmenschen, die zu Minderheiten gehören?
  • Kann ich es mir leisten, mich nicht mit den Auswirkungen der Klima- und Umweltveränderungen auseinanderzusetzen?
  • Wie gelingt es mir über diese Themen nach zu denken, Position zu beziehen und auch danach zu handeln, auch wenn das unbequem ist?  

Das sind viele Fragen, die wir ebenfalls mit VUKA beantworten können, diesmal um Lösungsansätze zu beschreiben : Vision, Understanding (verstehen), Klarheit und Agilität.

Nicht nur Unternehmen, sondern auch jedes Individuum kann für sich trotz unsichere und sich schnell verändernde Zeiten eine Vision entwickeln. Wo willst du hin mit deinem Leben? Welche Werte sind dir dabei wichtig, und bist du bereit dafür aus deiner Komfortzone zu kommen? Ebenso wichtig ist es, informiert zu bleiben, zu sehen und zu verstehen, wie die Welt sich gerade wieder ein Stück weit verändert, um somit auch für sich selbst die Klarheit zu bekommen, was wichtig ist, und was nicht. Lasst uns agil sein, geistig beweglich und sicherlich nicht unkritisch, aber offen für das, was um uns herum passiert. 

Lasst uns mehr darüber sprechen und voneinander lernen, denn jeder von uns ist in dieser Zeit im Internet, aber vor allem auch im persönlichen Kontakt ein "Mini-Influencer*in". Übernehmen wir Verantwortung dafür und machen wir gemeinsam die Welt ein bisschen besser.

 

ohne Achtsamkeit gibt es keine vernünftige Entscheidungen

Artikel vom 26.06.2020

Wir Menschen sind glücklicherweise Gewohnheitstiere und unser Hirn erleichtert uns das Leben, indem es uns viele Entscheidungen abnimmt.

Unser Hirn filtert aus den Massen an Impulsen, die uns über den Weg laufen, schon riesige Mengen aus, sodass wir uns lediglich mit dem auseinandersetzen müssen was z.B. Risiken birgt, besonders, interessant oder eben auch bestätigend ist.  Unsere persönlichen Interessen, Erwartungen und Emotionen steuern ebenfalls unsere Wahrnehmung und zusätzlich ist unser Hirn sehr gut darin , Muster wiederzuerkennen, Teilinformationen zu interpretieren und aus ihnen ein Gesamtbild zu formen.

Dies sorgt allerdings auch dafür, dass wir - würden wir uns nur darauf verlassen - sehr eingefahren und wenig Veränderungsbereit wären. Was wir einmal gelernt und zig-fach bestätigt bekommen hätten, würden wir als unumstößlich wahr ansehen, unsere Veränderungsbereitschaft wäre sehr gering und unsere Urteile wären überwiegend Vorurteile.

Glücklicherweise haben wir die Fähigkeit, uns dieser Prozesse bewusst zu werden und achtsam zu sein. Damit meine ich, sich die Zeit zu nehmen, gedanklich einen Schritt zurück zu gehen und sich selber, Andere und die Situation in der man steckt quasi 'von außen' zu betrachten; Die eigenen Gedankengänge und möglichweise voreilige Schlussfolgerungen nochmal auf den Prüfstand zu stellen und alle zur Verfügung stehende Informationen zu berücksichtigen. 

Als Führungskraft bedeutet dies, dass wir durch Achtsamkeit und Selbstreflektion reifere Entscheidungen treffen können. Dies gelingt aber nicht so lange wir im Hamsterrad rennen und uns dafür keine Zeit nehmen. Also steigen Sie regelmäßig aus Ihrem Hamsterrad und schauen Sie, ob Sie auch in die richtige Richtung rennen.

Folgende Leitfragen können hilfreich sein:  

  • Welche Belange berücksichtige ich bei meinen Entscheidungen? (Kund*innen, Mitarbeiter*innen, die meines Betriebes und meine eigenen, persönlichen?)
  • Stehe ich Neuerungen offen gegenüber?
  • Welche Ziele verfolge ich offiziell und inoffiziell?
  • Bin ich bereit mich auszutauschen und mich von meinen Mitarbeiter*innen überzeugen zu lassen?
  • Habe ich vorgefertigte Meinungen über Mitarbeiter*innen?
  • Biete ich allen Mitarbeiter*innen den Raum, ihre persönliche Stärken einzubringen?
  • Welche eigenen Emotionen hindern mich, mich auf Menschen und/oder Situationen einzulassen?
  • Wie oft nehme ich mir die Zeit ‚einen Schritt zurück zu gehen‘, um mir selbst die Chance zu geben, zu reflektieren?

..und natürlich gilt das alles auch im Privatleben ;-)

 


 

Komplexität begegnet uns überall

13.05.2020

Sowohl Situationen als auch Menschen sind komplex. Unser Handeln hängt von unserer Haltung, dem Mensch- und Weltbild, den eigenen Gewohnheiten und von unserem Umfeld ab. Vieles davon sind wir uns nicht mal bewusst und es gibt auch keine einfachen kausalen Zusammenhänge.

In einer immer komplexeren und schnelllebigen Welt - und noch mehr in einer Welt in der Gewohntes von heute auf morgen wegfällt - können wir uns auch zunehmend weniger auf Gewohnheiten, feste Strukturen oder Erfahrungen stützen. Die Vielzahl an Entscheidungen, die dadurch in unserem Leben zu treffen sind, soll uns aber nicht verzweifeln lassen. Sie schafft eben auch die Freiheiten, die in feste vorgegeben Strukturen oft gewünscht werden.

Was uns im Umgang mit Komplexität und der daraus resultierenden Unsicherheit das Leben erleichtern kann, ist folgendes:

  1. Ein positives Menschbild: Wir sind uns als Menschen alle soviel ähnlicher als es oft erscheint. Wir alle haben die gleichen Bedürfnisse. Wenn Konkurrenzkampf, Argwohn, Missgunst u.ä. wegfallen, fallen die Gemeinsamkeiten viel mehr auf, und bilden eine gute Grundlage für Vertrauen, Kollegialität, gemeinsame Erfolge und gemeinsames Lernen.  
  2. Wissen und verstehen, dass wir so vieles nicht wissen: Wir Menschen sind Meister im Interpretieren. Wir kennen wenige Fakten, meinen aber zu verstehen wieso und weshalb irgendwas passiert, warum jemand so und nicht anders gehandelt hat, und welche Motive eine Rolle gespielt haben. Hilfreicher ist es, zu versuchen, die Hintergründe zu verstehen, und Fragen nach dem Warum zu stellen.
  3. Bewusstes Nachdenken und Achtsamkeit: Nur wenn wir achtsam sind, wenn wir bewusst wahrnehmen, können wir gewohnte und unbewusste (Denk-)Muster unterbrechen, und die Welt und unsere Mitmenschen ein Stück urteilsfreier betrachten. Das schafft Freiheit und Raum für Neuerungen.
  4. Selbstreflektion und die Bereitschaft Neues auszuprobieren; Bei all dem was wir tun, macht es Sinn immer wieder zu reflektieren, ob unser Handeln, unser Leben auch dem entspricht, was wir tatsächlich wollen und was wir für richtig halten. Und wenn dem nicht so ist, ist es bestimmt möglich, große oder auch ganz kleine Schritte in die für uns richtige Richtung zu gehen. Wobei es wichtig ist, gelegentlich auch sehr zufrieden und glücklich zu sein, mit dem was man hat, und wer man ist!   

Diese 4 Punkte sind sicherlich bekannt, dennoch hilft es, wenn wir uns gegenseitig ab und zu bei der nicht immer einfachen Umsetzung unterstützen. Denn gemeinsam ist das Leben leichter.

 

 

Neben aller operativer Hektik auch einen Blick auf die Zukunft werfen

Artikel vom 30.04.2020

Führung neu gestalten

In Gesprächen mit befreundeten Unternehmer*innen erlebe ich derzeit Sorgen um die Zukunft. Es gibt viel Arbeit, um die aktuell veränderten Prozesse. Es gibt z. B. Mitarbeiter*innen im Home-Office, Kurzarbeit, verringerte Nachfrage, längere Lieferzeiten zu organisieren und zu koordinieren.

Es sind oft vermeintlich einfache Themen, wie die Organisation einer Videokonferenz, die viel Zeit schlucken. Für die Auseinandersetzung mit strategischen Themen, wie virtuelle Führung und Zusammenarbeit oder gar die langfristige Veränderung des eigenen Geschäftsmodells, bleibt keine Zeit und/oder Energie übrig.

 Es werden allerdings diejenigen Unternehmer*innen erfolgreich sein, die gerade in Zeiten wie diesen einen vorausschauenden Blick haben. Denken Sie ihr Unternehmen und ihr Geschäftsmodell neu. Nutzen Sie diese Disruption als Chance.  

Was ist jetzt wichtig?

In der aktuellen Situation ist eine andere Führung gefragt.

  • Kommunizieren Sie viel mit Ihren Mitarbeiter*innen; Es kommen jetzt mehrere Faktoren zusammen. Nur virtuelle Kontakte durch Home-Office, Unsicherheit wegen betrieblicher, finanzieller Sorgen oder der gesundheitlichen Situation, oder auch veränderte Aufgaben.
  • Schaffen Sie Transparenz; Nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitarbeiter*innen machen sich Gedanken über die Zukunft. Besprechen Sie und/oder informieren Sie sie über Ihre Gedanken und Pläne und begründen Sie Entscheidungen.
  • Stellen Sie sich auf die neue Situation ein; Die Veränderungen durch Corona, ob Kontaktsperre oder auch wirtschaftliche Einschränkungen werden uns noch lange erhalten bleiben. Wechseln Sie von dem anfänglich notwendigen "Krisenmodus" in eine strategischere und langfristigere Planung.
  • Suchen Sie die Chancen; Alle Nachteile, die die aktuelle Situation mit sich bringt, haben Sie sicherlich schon entdeckt. Vergessen Sie dabei nicht die Chancen zu erkennen. Bedenken Sie: Für die aktuelle Situation und auch für die Überlegung über mögliche zukünftige Geschäftsmodelle sind alte Wahrheiten nach der Krise nicht unbedingt weiter gültig.
  • Warten sie nicht "bis nach der Krise",  denn dann sind Sie mit Ihren Überlegungen garantiert zu spät.
  • Binden Sie Ihre Mitarbeiter*innen ein; Das Know how und die Potenziale Ihrer Mitarbeiter*innen brauchen Sie, um gemeinsam in einer unbekannten Zukunft erfolgreich sein zu können.

Ich wünsche Erfolg in dieser teilweise dramatischen, chaotischen und herausfordernden, aber auch chancenreichen und spannenden Zeit.

Sofort-Kontakt
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